Waal Beerwalde (Vorgängerburg von Kriebstein)

von Jörg Möbius, Reinsdorf

 

Beerwalde wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jh. im Rahmen der zweiten Etappe der deutschen Ostexpansion angelegt. Der Gründer Beerwaldes war wahrscheinlich der Mundschenk von Dedo von Wettin in Rochlitz, Bero von Bernwalde.

Im Zuge der Herausbildung der wettinischen Landesherrschaft wurde im zweiten Viertel des 13. Jh. der "Waal" errichtet. Der Waal in Beerwalde ist ein Bodendenkmal und steht seit dem 31.03.1959 unter Schutz. Er stellt eine typische Wasserburg mit künstlich erhöhtem Innenraum (Waal - Erhöhung), umlaufendem gefüllten Wassergraben und Außenwall dar. Der umlaufende Graben ist 6 - 7 m, im Westen 8 m breit und 2 - 2,5 m tief (Grabensohle 3,5 m). Im Süden befindet sich der Rest von einem Außenwall. Er ist 3 - 4 m breit und hat eine Höhe zwischen 1 - 1,5 m. Auf dem zentralen Teil der Anlage, einem abgerundetem - quadratischem Plateau von 16 x 16 m dem Turmhügel, befand sich ein in Fachwerk auf steinernem Fundament erbauter Turm. Am Rande des Turmhügels und auf dem Außenwall dürften Palisaden gestanden haben.

 

1283 und 1303 sind die Ritter Herrmann und Friedrich von Bernwalde in Urkunden als Zeugen überliefert. Die Burg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jh. und am Anfang des 14. Jh. durch Feuer zerstört und nach dem zweiten Brand nicht wieder aufgebaut; die Herren von Bernwalde saßen inzwischen auf der größeren und in Steinbautechnik errichteten Burg Kriebstein. Die Wasserburg verfiel und 1890 wurde auf dem "Waal" das Erbbegräbnis der Familie von Arnim angelegt.

1967 - 1970 war der "Waal" Ziel einer systematischen Ausgrabung. Dabei wurden die Grundmauern des Turms und der Rest einer hölzernen Brücke über dem Graben freigelegt sowie eine Vielzahl von Gegenständen aus der Zeit des Bestehens der Burg, vor allem Keramik und Metallgegenstände gefunden. Diese befinden sich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden.

 

Zeittafel vor Ort:

um 1230       Errichtung einer Turmhügelburg

1283/1303    Ritter von Bernwalde als urkundliche Zeugen genannt

1890             Anlage des Erbbegräbnisses der Familie von Arnim

1967-70        archäologische Ausgrabungen

 

 

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