Gutskirche Otzdorf

von Pfarrerin i. R. Rita Fuhrmann, Otzdorf

 

Otzdorf war ursprünglich selbständig. Im 14. Jahrhundert wurde es erstmals erwähnt. Der Rittergutsbesitzer war Patronatsherr. Heyda und Ebersbach waren dem Rittergut zinspflichtig. Es gibt mehrere Grabplatten. Die eine stammt von 1580. In diesem Jahr starb Margreta Marschalgin. Sie wurde am Sonnabend nach dem Sonntag Reminiszere beigesetzt. Familie Marschall ist mit dem Rittergut von 1485 bis 1585  belehnt gewesen. Otzdorf hatte die Filiale Niederstriegis bis 1569 zu betreuen.

 

Die Reformation wurde 1539 eingeführt.1555 gab es eine Kirchenvisitation, bei der die „Vereinigung“ mit Knobelsdorf beschlossen wurde. Dies sollte in Kraft treten, sobald der damalige Pfarrer von Otzdorf, Johannes Ludwig, starb. Dies geschah im Jahr 1574. Beschlossen wurde auch, dass der Pfarrer in Knobelsdorf wohnen sollte. Über die Besetzung sollte im Wechsel der Rittergutsbesitzer und Lehnsherr von Otzdorf und das Oberkonsistorium entscheiden.

 

Das Pfarrhaus von Otzdorf wurde zur Schule.1713 wurde die Kirche erbaut. Damals war Familie Arnstaedt Lehnsherr auf dem Rittergut. Jost Friedrich von Arnstaedt führte ein sehr kriegerisches Leben, war Generalmajor und geheimer Kriegsrat. Seine Frau, Tugendreich von Arnstaedt, ließ den Altar der Kirche nach seinem Tod ihm zu Ehren errichten. Der letzte Arnstaedt lebte bis 1830 in Otzdorf. Der Taufstein stammt von 1573.

 

Otzdorfer Madonna 

In die Kirche gehörten ursprünglich mehrere Schnitzfiguren, Engel, Johannes der Täufer und die Otzdorfer Madonna. Sie stammt von ca. 1180. Beim Kirchenumbau ist sie in Vergessenheit geraten. Anfang des 20. Jh.fand man sie auf dem Kirchboden. Das Original ist seit 2009 im Schlossbergmuseum Chemnitz zu sehen. Sie gehört zu den ältesten Holzskulpturen Sachsens. Maria wird als Himmelskönigin dargestellt, mit Zepter und Buch. Auf ihrem Schoß befindet sich das Christuskind. In der Otzdorfer Kirche befindet sich eine Nachschnitzung des Bildhauers Werner Plath aus dem Jahr 2002.

 

Am Altar enthielt die Gottessonne den Gottesnamen „Jahwe“. Dieser wurde entfernt, ist aber seit der Innenrestaurierung im Jahr 2000 wieder zu sehen. Die beiden bildlichen Darstellungen rechts und links vom Altar (von der Wiege bis zur Bahre) enthalten die Inschriften: „Jeder, der glaubt, ist aus Gott geboren“ (1. Jon 5,1) und „Sei getreu bis in den Tod.“ (Off. 2,10)

 

Reparaturen und Erneuerungen

1888 Innenanstrich;

1893 neues Geläut;

1900 Turmuhr;

Nach dem ersten Weltkrieg kam eine Bronzeglocke aus Niederstriegis nach Otzdorf.

1999 Innenerneuerung;

2004 Dach- und Turmerneuerung;

2005 Renovierung der Winterkirche 

Festschrift 300 Jahre Kirche Otzdorf
Herausgeber: Michael Kreskowsky
300 Jahre Kirche Otzdorf Festschrift Mic[...]
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